Am 17.03.2023 fand die BOB, unsere alljährliche
Entwickler:innenkonferenz, zum mittlerweile neunten Mal statt. Nach
zwei reinen Onlineveranstaltungen fanden wir uns diesmal wieder vor
Ort in den Räumen von Lohmann und Birkner Healthcare Services in
Berlin zusammen.
Die Konferenz begann mit der Keynote „Re-thinking Modules for the
Web“ von Yulia Startsev, die
eindrucksvoll erläuterte, wie die Standardisierung der Modularisierung
von Javascript bei Mozilla vorangetrieben wird und welche sozialen
Prozesse zur Konsensbildung im Rahmen dieser Standardisierung genutzt
werden.
Direkt im Anschluss an die Keynote begannen die ersten beiden
Tutorials: Pierre Allix und İlke Zilci erklärten in „Building highly
available systems with Elixir: an
introduction“, wie man
hochzuverlässige Systeme in Elixier baut, und Henning Schwentner gab
in „Domain Storytelling“
eine Einführung in die gleichnamige Kommunikationstechnik.
Der Talks-Track #1 begann mit „Web Assembly for the Rest of
us“, einer Erläuterung zu den
Entwicklungen im Bereich Managed Memory in Browsern und was das für
die Zukunft von WebAssembly bedeutet, von Andy Wingo. Auf Talks-Track
#2 ging es mit „Digitalisierung unter pandemischen
Bedingungen“ von Bianca Kastl
los, die einene Einblick gab, was bei einem großen
Digitalisierungsprojekt in einem Gesundheitsamth besser lief als
erwartet und wo (auch unerwartet) Verbesserungsbedarf besteht.
Weiter ging es mit „What a computer game taught me about software
architecture“, einem Vortrag über
Teams, Projekte, Monolithen, Microservices und Wartungskosten, von
Franz Thoma, und parallel plädierte Markus Hettich mit
„Softwareentwicklung ist kein
Hexenwerk“ dafür, dass manche
Probleme in der Softwareentwicklung sich mit bodenständigen Werkzeugen
besser lösen lassen als mit komplexen. Gleichzeitig begannen mit
„Extending a Language - Writing Powerful Macros in
Scheme von Marc
Nieper-Wißkirchen und „Functional Development with
Kotlin“ von Torsten Fink die
zweiten Workshoprunden des Tages.
Im letzten Block vor dem Mittagessen sprach Marijn Haverbeke über
„State Transitions in Complex
Systems“ und stellte den
Editor CodeMirror vor, während im Nebenraum
Raoul Schlotterbek einen Einblick in „Funktionales Deep Learning in
Haskell“ gab und zeigte,
dass man keine Graphen braucht, um neuronale Netze zu trainieren.
Nach der Mittagspause, wunderbar gecatered mit Fingerfood von John
Catering GmbH, ging es weiter mit dem Vortrag „Getting recursive
definitions off their
bottoms“, in dem Joachim
Breitner erklärt, wie Haskell rekursive Gleichungssysteme lösen kann.
Auf Track B präsentierte Josefine in „Web
Accessibility DeepDive“ einen
Überblick über Richtlinien und Werkzeuge, deren Anwendung helfen kann,
das Internet mit kleinen Tricks für mehr Menschen zugänglich machen.
Danach sprach Heinrich Apfelmus in „Delta encodings help separate
business logic from database
operations“ darüber, wie man
Änderungen an Datenobjekten von den entsprechenden Änderungen an
Datenbankobjekten trennt. Parallel schaltete sich Pierre-Étienne
Meunier mit „Version control in the age of distributed
computing“, einem Vortrag über
das verteilte Versionskontrollsystem Pijul, remote aus Frankreich
dazu.
Parallel zu diesen vier Vorträgen liefen die Workshops „Sechseckige
Webseiten? Hexagonale
Frontend-Architektur!“ von Marco
Emrich und Sophia Cook sowie „An Introduction to Doing Software
Proofs in Agda“ von Sandy
Maguire. Hier nochmals einen besonderen Dank an Sandy, der sich wegen
großen Andrangs bereiterklärte, den Workshop im letzten Block noch ein
zweites Mal abzuhalten.
Im letzten Block des Tages gab es außerdem die Workshops „Einführung
in das Haskell-Web-Framework IHP“
von Bianca Lutz und „OpenTelemetry
Workshop“ von Osher Vaknin, eine
hands-on Einführung in OpenTelemetry mit vielen kleinen angeleiteten
Aufgaben zum Finden von Fehler im System durch Monitoring. In den
Vortragsräumen referierte derweil Julian Kirsten Arni mit „Cloud,
done the nix way“ darüber, wie man
reproduzierbare DevOps mit Nix
implementiert. Andres Löh erklärte in „Structuring effectful
programs“, wie man Effekte mit
Domänenlogik verbindet.
Lars Hupel sprach in „When testing just doesn‘t cut
it“ über formale Methoden in der
Softwareentwicklung, und quchen gab einen Einblick in „Functional
programming for CNC machines“,
wie man einen selbstgebauten Plotter mit funktionalen Programmen
ansteuert.
Die Talks waren gut besucht und die Tutorials ebenfalls gut gefüllt;
der „first come first serve“-Listenansatz wurde im großen und ganzen
positiv angenommen. Die Stimmung war gut, viele freuten sich, wieder
von Angesicht zu Angesicht mit den anderen Teilnehmer:innen sprechen
zu können. Aufgrund der anhaltenden Pandemielage kam ein
ausführliches Hygienekonzept zu Tragen, dass von den allermeisten
Teilnehmer:innen gut angenommen und auch vereinzelt ausdrücklich
positiv kommentiert wurde. Insbesondere die FFP2-Masken mit BOB-Logo
kamen gut an. In den Kaffeepausen sorgte Lohmann und Birkner für
Heiß- und Kaltgetränke sowie für Kleinigkeiten gegen den Hunger
zwischendurch. Das Wetter war leider eher kühl, aber trocken, sodass
auch die Sitz- und Verweilmöglichkeiten im Innenhof und auf dem
Vorplatz nicht nur von den Raucher:innen gern genutzt wurden, um sich
auszutauschen und zwischen den Vorträgen die Beine zu vertreten.
An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an unsere
Sponsor:innen WellTyped und TNG Technology Consulting, deren
freundliche Unterstützung es wieder möglich machte, finanziell
schwächer gestellten Teilnehmer:innen stark reduzierte oder ganz
kostenlose Tickets anzubieten.
Wir freuen uns schon auf die nächste BOB und hoffen, viele
Teilnehmer:innen und Sprecher:innen 2024 wieder begrüßen zu dürfen.