Die Entwickler:innen-Konferenz BOB 2026 der Active Group am 13.4. war die bisher größte BOB. Hier eine kurze Retrospektive: wie immer haben wir Aufnahmen unserer Talks verlinkt.

Gleichzeitig stimmen wir damit auf die nächste BOB am 26. Februar 2027 ein, natürlich wieder in Berlin. Der Call läuft seit heute noch bis zum 2. November. Schickt uns Eure Ideen zu allem, was am besten ist in der Softwareentwicklung!

BOB ist traditionell voll mit Talks und Tutorials zu toller Technik und Technologie. Auf unsere Keynote zum Begriff der Digitalen Souveränität hatten wir uns besonders gefreut, weil Stefan Kaufmann im Auge hat, mit IT und Digitalisierung auch gesellschaftlichen Nutzen zu schaffen. Das ist im „Zeitalter von KI“ etwas aus der Mode geraten, für die BOB (und für uns alle) aber umso relevanter.

Wir hatten zwar im Call für die BOB extra eine Kategorie für KI-Themen aufgemacht, letztlich hat es aber kein KI-Talk ins Programm geschafft. Wir hatten trotzdem (oder deswegen?) viel Freude ab den 16 Talks und 8 Tutorials: Die Themen auch jenseits der KI gehen nicht aus.

Ein besonderer Schwerpunkt hat sich bei der funktionalen Programmiersprache OCaml ergeben, die seit vielen Jahren stetigen Aufwind erlebt. OCaml spielt seine Stärke besonders bei sehr großen Projekte aus. Das mächtigste Modulsystem unter allen praktikablen Sprachen erleichtert die Architekturarbeit enorm: Xavier Woestyne gab uns darüber einen Überblick. Paul-Elliotts Vortrag über die Implementierung von Undo-Funktionalität war ein besonderes Vergnügen für‘s Publikum. Nicolas Osborne zeigte uns außerdem, wie Spezifikationen in OCaml gehen, und wie daraus Tests werden. Schließlich zeigte Hannes Mehnert, wie man großartige Dinge mit dem OCaml-basierten Unikernel-OS Mirage macht.

In Scala ist gerade die Implementierung von Effekten mit Capabilities heiß: Nicolas Rinaudo half uns, sie einzuordnen.

Aber auch abseits originär funktionaler Sprachen hält funktionale Programmierung langsam Einzug: Unser Kollege Till Rauch erzählte zusammen mit Falk Sippach, wie man Konzepte aus Haskell in Java umsetzen kann.

Swift ist schon lange die Sprache der Wahl für Apple-Projekte und sie wird noch besser, wenn funktional programmiert wird: Manuel Chakravarty führte seine Vortragsreihe zum Thema fort und sprach über Entwicklung mit SwiftUI. Über die Pragmatik der Entwicklung von UI-Komponenten mit Storybook sprach Franz Thoma.

Um Softwarearchitektur mit Linked Data ging es im Vortrag von Kollegen Markus Schlegel, der aus einem unserer Projekte berichtete.

Formale Methoden ist eines unserer Herzensthemen, wir haben uns also besonders gefreut über die vielen Einreichungen in diesem Themenbereich. Aktuell ist Lean das heiße Tool, und Julia Himmel gab uns einen Blick in den Maschinenraum. Olaf Klinke zeigt uns, wie wir formale Methoden in die Praxis der Digitalisierung bringen. Philipp Kant brachte uns Zero-Knowledge-Proofs näher, die uns helfen, Informationen über uns zu beweisen, ohne zuviel preiszugeben.

Und es gab noch mehr Vorträge zur praktischen Entwicklung: Ariadne Engelbrecht gab leicht umsetzbare Tipps zur Barrierefreiheit. Alex Thiemann berichtete über API-Design bei Stripe und Martin Grotzke über Reactive Programming in der Praxis.

Wir hatten schon viele Jahre gehofft, daß unser Freund Fritz Henglein endlich auf die BOB kommt. 2026 war es endlich soweit, und er zeigte in seinem Vortrag, wie man scheinbar undurchbrechbare Performance-Barrieren bei Datenbank-Queries aus dem Weg räumt. Schließlich hat noch Lutz Hühnken ein paar Programmiersprachen gefunden, die selbst für BOB-Verhältnisse exotisch sind: Flix, Unison, Strand und Verse.

Tutorials

Auch Tutorials gibt es wieder auf der BOB: Joachim Breitner zu Lean, Kollege Beat Hagenlocher zu TypeScript, Théo Tyburn über Funktionaler 3D-Grafik, Carine Morel and Sudha Parimala über Multicore OCaml, Haskell, Holger Tiemeyer über Mutiny und Quarkus, Michael Koppmann über illegalen Zuständen (und wie man sie vermeidet) undIrmhild Rogalla and Alex Ackermann über Barrierefreiheit.

An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an unsere Sponsor:innen entwickler.de-Akademie, iSAQB, TNG Technology Consulting und WellTyped für ihre großzügige Unterstützung.

Da wir dieses Jahr ausverkauft waren, haben wir für die nächste BOB größere Räume (wieder im Scandic am Potsdamer Platz) gemietet und freuen uns auf noch mehr von Euch 2027!