Am 15.03.2023 feierte die BOB, unsere alljährliche
Entwickler:innenkonferenz, ihre elfte Ausgabe. Diesmal im
Scandic-Hotel Potsdamer Platz, Berlin, eine Location, die einige schon
von der SommerBOB 2019 kannten. Bereits am Vorabend hatten sich die
ersten zu einem lockeren Austausch bei Pizza und Bier getroffen –
vielen Dank an dieser Stelle an NewStore GmbH
für die Einladung und die Organisation!
Die Keynote „Who’s Afraid of the Turnstile? (And why we weren’t for
WebAssembly)“ von Andreas
Rossberg erläutert anhand der Einbindung in WebAssembly, wie formale
Semantik auch in der Programmierung funktionieren kann – selbst auf
Industriesprachenniveau.
Direkt im Anschluss an die Keynote begannen die ersten beiden
Tutorials:
Frank Dedden „Runtime Verification with the Copilot Language, A
Hands-on Introduction“
erläuterte, wie Copilot verwendet werden kann, um mögliche Fehler in
hochsensiblen Systemen wie etwa in der Luft- und Raumfahrt zu
erkennen. Im Nebenraum gaben Marco Emrich und Leandro Doctors mit
„From Vision to Code: (Functional) Domain Modeling in
Practice“ eine
Einführung in kollaboratives Arbeiten an Code mit funktionalem
Domainmodelling.
Leicht versetzt nach einer Kaffeepause startete auch der
erste Vortragsblock: Dehla Sokenou berichtete in „Cypress überall -
Ein einziges Automatisierungswerkzeug für alle
Teststufen?!“ über die
Möglichkeiten und Grenzen von Cypress als Testwerkzeug, und Sabine
Schmaltz sprach in „End-to-end Type-Safety with Your Own API Spec
DSL“ über die
Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Erstellung und Verwendung
eigener domänenspezifischer Sprachen für HTTP-API-Spezifikationen.
Nach einer weiteren, längeren Kaffeepause (diesmal auch für die
Tutorial-Teilnehmer:innen) wurde der Raumfahrtsfaden weitergeführt:
Oskar Schirmer und Felix Winkelmann teilten „Kontrollsoftware für
eine Jupitermission der ESA: Ein
Erfahrungsbericht“.
Ganz etwas anderes bot zeitgleich Manuel Chakravarty mit „Functional
Programming in Swift“.
In der zweiten Runde Workshop/Tutorial boten David Schäfer und Roland
Schlenker mit „Computation Expressions in
F#“ einen Einblick
in die Vielseitigkeit der F#-nativen Computation Expressions, während
Andres Löh mit „Staging Programs in
Haskell“ eine Einführung gab,
warum und wie man in Haskell Programme stagen sollte (oder auch nicht
stagen sollte).
Vor der Mittagspause liefen die beiden Vorträge „Kommunikationsmuster
für Services: Effizient und
zuverlässig“, in dem Roger
Butenuth den Namen Programm sein ließ, und „Erlang, OCaml, same thing
🤷“ von Leandro Ostera
erläuterte, an welcher Stelle OCaml und Erlang zusammen-
bzw. auseinanderlaufen und was das für type safety bedeutet.
In der Mittagspause konnten alle das großzügige Mittagsbuffet des
Scandic-Hotels genießen, und nach dieser Pause ging es frisch gestärkt
weiter: Irmhild Rogalla hielt den gemeinsam mit der leider
verhinderten Jolanta Paliszewska konzipierten Vortrag „Konsequente
Barrierefreiheit durch Partizipation im
Prozess“, in dem
sie konkrete Vorschläge und Hinweise für die Erstellung barrierefreier
Software gab. Arnaud Bailly sprach in „Model-Based Testing with
QuickCheck“ über die Prinzipien
und Praxis des Model-Based Testing.
Die beiden Tutorials nach der Mittagspause waren „Lean for the
Functional Programmer“ von
Joachim Breitner und David Thrane Christiansen und „SwiftUI:
Declarative GUIs for Mobile and Desktop
Applications“ von
Manuel Chakravarty.
Die zweite Runde Vorträge in diesem Abschnitt bestritten Kollege Marco
Schneider, der mit „Hyper Hyper! Javascript fatigue und die
Hypermedia Renaissance (?)“
darüber sprach, wie mit HTMX endlich wieder die Möglichkeit besteht,
wirklich deklarativen Frontendcode zu schreiben, und Martin Janiczek,
der in „Property-testing all* the things in
SerenityOS“ davon berichtete,
wie er property-based testing auf das
Open-Source-Betriebssystem SerenityOS angewendet hat.
Nach einer weiteren Kaffeepause, diesmal mit kleinen belegten Broten und Kuchen,
war in Vortragsraum 1 Simon Härer an der Reihe, der mit „Referenziell
transparente Business-Prozesse in
funktional“ vorstellte, wie sich
Geschäftsprozesse in wiederverwendbare, deklarative Beschreibungsbausteine
zerlegen und zu großen Prozessen zusammensetzen lassen. Zeitgleich führte Markus
Harrer in Vortragsraum 2 über „Software Analytics with Data Science on Software
Data“ in die Welt der datenbasierten
Softwareanalyse ein.
Die letzten beiden Tutorien des Tages „The K Framework: A tool kit
for language semantics and
verification“ von Jost
Berthold und Georgy Lukyanov sowie „Workshops magisch machen mit
Liberating Structures“ von
Martin Günther waren trotz später Stunde gut besucht; ebenso die
beiden Talks zum Abschluss: Lutz Hühnken sprach in „The
Unreasonable Effectiveness of
Events“ während Philipp
Kant mit „Zero-Knowledge-Proofs for Privacy and
Trust“ eine Einführung in die
Welt der zero-knowledge succinct non-interactive arguments of
knowledge – kurz und knacking auch zkSNARKS genannt – gab.
Nach einem kurzen Schlusswort durch unseren Oberchef Michael Sperber
ging es für einen großen Teil der Runde weiter in den Gasthof
Lindenbräu, wo der Abend im Almhüttenstil inklusive gelegentlicher
(künstlicher) Gewitter seinen Ausklang fand.
Hinter den Kulissen lief einiges dank der DHL etwas holprig an,
trotzdem gelang die Organisation – auch Dank des enorm engagierten
Team des Scandic – zur allgemeinen Zufriedenheit.
Die Talks waren gut besucht und die Tutorials ebenfalls gut gefüllt;
der „first come first serve“-Listenansatz wurde im Großen und Ganzen
positiv angenommen.
An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an unsere
Sponsor:innen WellTyped, Mina
Foundation und
Tarides, deren freundliche Unterstützung es
wieder möglich machte, finanziell schwächer gestellten
Teilnehmer:innen stark reduzierte oder ganz kostenlose Tickets
anzubieten.
Wir freuen uns schon auf die nächste BOB und hoffen, viele
Teilnehmer:innen und Sprecher:innen 2025 wieder begrüßen zu dürfen.
Nächstes Jahr gibt es dann auch eine Garderobe …